Auction 107

Auction 107 Volume I

Private Collection Arno Henseler

14 November 2026, Würzburg

Zemanek-Münster

– 2 –

Zemanek-Münster

107 Auction

Volume I

(Auction 230)

Auktion

Würzburg, Auktionshaus

14 November 2026 – 14 Uhr

Vorbesichtigung

11 bis 13 November 2026

von 10 bis 17 Uhr

und nach Vereinbarung

Auction

Wurzburg, Auction House

14 November 2026 – 2 pm (CET)

Preview

November 11 until 13, 2026

from 10 am to 5 pm (CET)

and by appointment

Kunstauktionshaus Zemanek-Münster

97070 Würzburg

Hörleingasse 3 - 5 / Schildhof 2

Tel. +49 9 31   1 77 21 / Fax. +49 9 31 1 77 36

info@tribalart.de / www.tribalart.de

Inhaber / Owner

Dr. David Zemanek e.K.

Öffentlich bestellter und vereidigter Kunstauktionator

für außereuropäische Kunst

Repräsentanten / Representatives

Belgien & Niederlande

Tel. 0032 (0)475 965 220

USA

Zemanek-Münster c/o Ancient Art – Art of Eternity

303 East 81st Street, New York City, NY 10028

Bankverbindung / Bank details

IBAN DE06 7905 0000 0000 0366 99

SWIFT (BIC) BYLADEM1SWU

Ansprechpartner / Contact

Corina Honke

Kunsthistorikerin M.A.

Katalogbearbeitung

Provenienz-Recherche

Howard Nowes

Kunsthistoriker

Präkolumbien und

Antiken

Bren Heymans

Ethnographie

Repräsentant Belgien

und Niederlande

Petra Felder

Kunsthistorikerin M.A.

Redaktion / Marketing

Eva Rübig

Geschäftsführung

Online-Redaktion

Nadine Waldmann

Kunsthistorikerin M.A.

Katalogbearbeitung

Provenienz-Recherche

Dr. David Zemanek

Geschäftsführung

Auktionator

Ethnologe

Afrika und Ozeanien

Impressum

Redaktion / Editor: Petra Felder M.A.

Photos Volume I: Thomas Lother, Nürnberg

(sofern nicht anders vermerkt /unless other-

wise indicated)

Layout: Beatrix Radke, design + art, Gerbrunn

Print: bonitasprint, Würzburg

Umschlag/cover: Lot 58, Lot 86

– 5 –

Hinweis:

Objekte der Offerte stammen ausschließlich von ethnischen

Volksgruppen und sind für die Verwendung innerhalb der

Ethnie gefertigt worden; Auftragsarbeiten sind in die frühe

Zeit zu verorten.

KGS-Gesetz: Mit (*) gekennzeichnete Lose betreffen Kultur-

güter, für die gemäß der Verordnung (EG) Nr. 116/2009 eine

Ausfuhrgenehmigung erforderlich ist.

GESCHÜTZTE MATERIALIEN: Mit (**) gekennzeichnete Lose

betreffen Objekte, für die ein uneingeschränkter Handel nur

innerhalb der EU erlaubt ist. Eine Ausfuhrgenehmigung in

Drittländer kann für Objekte aus geschützten Materialien nur

unter strengen Bedingungen erteilt werden.

Please note:

All objects have been produced by and for use within ethnic

groups. Commissioned works can be traced back to the ear-

lier period.

UNESCO Cultural Heritage Protection Act: Lots marked with

(*) concern cultural goods for which an export license is

required in accordance with Regulation (EC) No. 116/2009.

OBJECTS OF PROTECTED MATERIALS: Lots marked with (**)

concern objects that can only be sent within the European

Union. An export licence for objects made from protected

materials may only be granted under strict conditions for

shipment to non-EU countries.

Content / Inhalt [Lots / Lose]

Private Collection

Arno Henseler ........................ 1-100

Volume II

Volume I

Pre-Columbian Art.............101-159

Antiquities...........................160-183

Arctic Cultures.................... 184-185

Europe...........................................186

Tibet...................................... 187-188

China.............................................189

Vietnam............................... 190-191

Cambodia....................................192

Indonesia.............................193-205

Philippines..................................206

Collection Friede................ 207-217

West New Guinea.....................218

Papua New Guinea........... 219-241

Oceania...............................242-250

Australia....................................... 251

Native Americans..............252-267

Liberia..........................................268

Sierra Leone.......................269-270

Guinea.......................................... 271

Mali........................................272-278

Burkina Faso....................... 279-283

Côte d‘Ivoire.......................284-303

Ghana................................. 304-306

Nigeria..................................307-332

Cameroon Grasfields........333-337

Cameroon....................................338

Gabon.................................. 339-345

D.R. Congo......................... 346-389

Ethiopia.......................................390

Kenya....................................391-394

Tanzania..............................395-396

Zambia.................................397-399

Mozambique.....................400-401

Namibia.......................................402

South Africa...................... 403-405

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Arno Henseler was a defining figure in the German market for non-European

art. Through his art dealership – initially from premises on Schellingstraße in

Munich and later located at Galeriestraße 2a – right next to the Hofgarten of the

Munich Residenz – he created a venue of international renown for encountering

non-European art in all its cultural and artistic diversity. For collectors and art

enthusiasts alike, it was an institution he managed with great passion until his

death last year.

Arno Henseler gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Marktes

für außereuropäische Kunst. Mit seinem Kunsthandel anfangs in den Geschäfts-

räumen in der Schellingstraße, München, später dann in der Galeriestraße 2a,

direkt am Hofgarten der Münchner Residenz, schuf er einen international angese-

henen Ort der Begegnung mit außereuropäischer Kunst in ihrer ganzen kulturellen

und künstlerischen Vielfalt – für Sammler und Kunstinteressierte eine Institution,

die er bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr mit großer Leidenschaft führte.

Arno Henseler, München

(1938 - 2025)

Photo: Private archive, 1984

Wir freuen uns, Ihnen hier und in

den kommenden Auktionen eine

außergewöhnlich umfangreiche

und vielseitige Kunstsammlung

präsentieren zu dürfen: Die Pri-

vatsammlung von Arno Hense-

ler. Über Jahrzehnte hinweg

trug der Münchner Galerist und

Kunstkenner eine beeindrucken-

de Fülle außereuropäischer Kunst

zusammen. Sein besonderes Inte-

resse galt den Kunsttraditionen

Afrikas, der Südsee, Indonesiens,

Amazoniens sowie den Kulturen

der Native Americans und der prä-

kolumbischen Zeit.

Was diese Sammlung in besonde-

rer Weise auszeichnet, ist Henselers

ausgeprägter Blick für die künst-

lerische Qualität und ästhetische

Wirkung eines Objektes. Sein Au-

genmerk galt der individuellen

Ausdruckskraft, der besonderen

Formensprache und der Präsenz

eines jeden Werkes. Zugleich legte

er großen Wert auf die sorgfältige

Präsentation der Objekte und ihre

Wirkung im Zusammenspiel mit

dem sie umgebenden Raum.

„Ich kaufe nur Dinge, die mir per-

sönlich gefallen“, formulierte er es

2011 in einem Interview mit David

Zemanek [1] „Was mich vor allem

interessiert ist die Frage nach der

Kunst – der Kunstfaktor.“ Als Sohn

einer Malerin [2] und im Zweit-

studium ebenfalls ausgebildeter

Maler interessierte ihn die Ver-

bindung von ästhetischer Qualität

Meisterwerke aus Afrika und Ozeanien –

Die Privatsammlung Arno Henseler, München

(1938 - 2025)

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Persönliche Leidenschaft, ausgeprägter Kunstsinn und das Gespür für außer-

gewöhnliche Werke – Arno Henseler und die frühen Galeriejahre in der

Schellingstraße in München, 1984.

Personal passion, a keen artistic sensibility, and an eye for extraordinary

works – Arno Henseler and the early gallery years on Schellingstraße, Munich,

1984.

(Photo: Private archive, 1984)

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und spiritueller Bedeutung. „Die-

se Objekte haben inhaltlich eine

unglaubliche Kraft und Stärke,

und formal eine sehr oft hinrei-

ßende Ästhetik. Diese Schönheit

diente aber immer einem höhe-

ren, praktischen oder spirituellen

Zweck. Ich vergleiche diese Wer-

ke, vor allem die afrikanischen,

gerne mit christlicher Kunst des

Mittelalters, weil beide Bereiche

in ihrem jeweiligen Glauben be-

gründet sind. Gerade diese Ein-

heit von Funktion, Glauben und

Gestaltung macht die besondere

Qualität aus.“

Arno Henselers Interesse an au-

ßereuropäischer Kunst entwickel-

te sich während seiner Zeit in New

York. 1938 in München geboren,

studierte er zunächst Betriebs-

wirtschaft in München, bevor er

1970 nach New York ging, um am

Hunter College Malerei zu studie-

ren, wo er seinen Master of Arts

zum Thema „Patina“ abschloss. „In

dieser Zeit bin ich permanent au-

ßereuropäischer Kunst begegnet:

Werke indigener Kulturen Ameri-

kas, vor allem aber Skulpturen aus

Afrika. Diese exotische Kunst hat

mich fasziniert.“ Noch in seiner

1973 - 2003

Einladung zum 30-jährigen Jubiläum der Galerie Henseler – Ethnographica aus

dem Jahr 2003. Sie würdigt zugleich das Schaffenswerk seiner Mutter, die Male-

rin Marion Henseler (1894–1985), und erinnert an ihre Reise in den Pazifik im

Jahr 1928.

Invitation to the 30th anniversary of Galerie Henseler – Ethnographica, 2003,

paying tribute to his mother, the painter Marion Henseler (1894–1985), and her

1928 journey to the Pacific.

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New Yorker Zeit gründet er mit

einem Freund eine Galerie für au-

ßereuropäische Kunst: „1973, ein

spontaner Entschluss, aus der Be-

geisterung für diese Kunst.“ 1975

kehrte er nach München zurück

und führte den Handel zunächst

in den Geschäftsräumen in der

Schellingstraße fort, bevor er 1989

die „Galerie Henseler – Ethnogra-

phica“ in der Galeriestraße, direkt

am Hofgarten der Münchner Re-

sidenz, eröffnete.

Sein fundiertes Wissen über

die verschiedenen Kulturen

entspringt nicht dem Hörsaal,

sondern einem über Jahrzehnte

gewachsenen Wissen: Es ist das

Fundament aus langjähriger

Passion, zahlreichen Reisen und

unschätzbarer persönlicher Erfah-

rung. „Ich habe kein theoretisches

Ethnologie-Studium absolviert,

sondern mir jedes Detail durch

unermüdliche eigene Studien,

den Austausch mit Sammlern und

Kollegen erarbeitet – und ich bin

mit Freude und Neugierde immer

noch dabei.“

Für ihn besonders prägend wa-

ren seine über zwanzig Reisen

nach Afrika, vor allem nach Côte

d‘ Ivoire und die angrenzenden

Länder Westafrikas. Dort erlebte

er den Kunsthandel gerade an-

fangs als eine anspruchsvolle und

„harte Schule“, weil jede Kaufent-

scheidung sorgfältig abgewogen

werden musste.

Mit Ludwig Bretschneider, Peter

Werner, Fred Jahn – alles Münch-

ner Kunsthändler – stand er in

Kontakt: von Werner übernahm

er eine Auswahl an Skulpturen als

dieser sein Geschäft auflöste. Mit

Bretschneider bespielte er – vor

allem in dessen späteren Jahren

– gemeinsam Messestände.

Arno Henseler gehörte zu der Ge-

neration, die den Handel mit af-

rikanischer Kunst in Deutschland

mitprägte, einer Generation, die

sich der unterschiedlichen Wahr-

nehmung außereuropäischer und

europäischer Kunst zu stellen

hatte. So habe der gemeinsame

Messestand mit Kollegen von

Metz de Benito auf der Deutschen

Kunst- und Antiquitätenmesse

noch 1994 für beträchtliche Auf-

merksamkeit gesorgt als afrika-

nische Fetische seiner Galerie den

christlich-religiösen Skulpturen

aus dem 17. und 18. Jahrhundert

gegenüberstanden.

In Fragen der Provenienz und

technischer Prüfverfahren maß

Arno Henseler dem persönli-

chen Vertrauen eine besondere

Bedeutung bei. Die Sammlungs-

geschichte sei für ihn als Privat-

sammler „grundsätzlich nicht

kaufentscheidend“, gleichwohl

respektiere und verstehe er das

legitime Interesse einer klaren

Provenienz als Absicherung ge-

gen Fälschungen, Raubkunst und

Hehlerei – gerade im hochpreisi-

gen Kunstmarkt.

Photos: Private archive

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In seiner Galerie organisierte Arno

Henseler jährlich Themenausstel-

lungen, wie „Mutter-Kind Skulptu-

ren afrikanischer Ethnien“ (2016),

„Himmel und Erde, sakrales Euro-

pa - rituelles Afrika“ (2017), „Mini-

aturmasken südlich der Sahara“

(2018), “Die Kunst afrikanischer

Perlenarbeiten südlich der Saha-

ra” (2018), „Südsee Skulpturen“

(2019/2020), „Indonesien: Kunst

und Gebrauchsgegenstände“

(2020/2021) oder „African Masks“

im Mai 2021.

Im Frühjahr 2005 stand ein monu-

mentaler Thronhocker aus Bamum

im Mittelpunkt der Galerie-Aus-

stellung zum Thema „Afrikanische

Hocker Stühle Liegen“ – allerdings

mit dem Vermerk „unverkäuflich“.

Es ist die Geschichte eines Herr-

scher-Geschenkes und ermöglicht

uns einen differenzierten Blick auf

die komplexen Begegnungen zwi-

schen afrikanischen Herrschern

und europäischen Missionaren.

Sie macht sichtbar, dass materiel-

le Kultur nicht ausschließlich im

Kontext kolonialer Machtverhält-

nisse zirkulierte, sondern ebenso

durch Netzwerke der Freund-

schaft, der Verhandlung und der

gegenseitigen Wertschätzung ge-

prägt waren.

1980 erwarb Arno Henseler die-

sen mit Perlen und Kauris reich

bestickten Thron, ein Werk des Nji

Nkome oder seiner Werkstatt, aus

dem Familienbesitz des Missionars

Martin Göhring (1871-1959).

Er ist Teil der umfangreichen

Sammlungsofferte, die wir in den

kommenden Auktionen präsentie-

ren dürfen. Den Anfang machen

Meisterwerke aus Afrika und

Ozeanien.

Quellen:

[1] Das Interview mit Arno Hense-

ler führte David Zemanek 2011 im

Rahmen seiner Dissertation zum

Thema „Der Handel mit Afrikani-

scher Kunst in Deutschland nach

1945“, Fakultät für Geschichte,

Kunst- und Orientwissenschaf-

ten der Universität Leipzig, 2016,

pp. 105ff

[2] Marion Henseler. In: Hans Voll-

mer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon

der bildenden Künstler des XX.

Jahrhunderts. Band 2: E – J. E. A.

Seemann, Leipzig 1955, S. 422 – 423

We are delighted to present – here

and in upcoming auctions – an

exceptionally extensive and di-

verse art collection: the private

collection of Arno Henseler. Over

the course of decades, the Mu-

nich-based gallerist and art con-

noisseur assembled an impressive

wealth of non-European art. He

took a particular interest in the

artistic traditions of Africa, the

South Seas, Indonesia, and the

Amazon, as well as the cultures of

Native Americans and the pre-Co-

lumbian era.

What distinguishes this collec-

tion in a special way is Henseler’s

keen eye for the artistic quality

and aesthetic impact of an ob-

ject. He focused on the individual

expressive power, the distinctive

formal language, and the presence

of each work. At the same time,

he placed great importance on the

careful presentation of the objects

and their effect in relation to the

surrounding space.

“I only buy things that I personally

like,” he stated in a 2011 interview

with David Zemanek [1]. “What in-

terests me above all is the ques-

tion of art – the ‘art factor’.” As the

son of a painter [2] – and having

trained as a painter himself dur-

ing a second course of study – he

was interested in the connection

between aesthetic quality and

spiritual significance. “In terms of

content, these objects possess in-

Masterpieces from Africa and Oceania –

The Private Collection of Arno Henseler, Munich

(1938 - 2025)

Persönliche Leidenschaft, ausgeprägter Kunstsinn und das Gespür für außer-

gewöhnliche Werke – Arno Henseler und die frühen Galeriejahre in der

Schellingstraße in München, 1984.

Personal passion, a keen artistic sensibility, and an eye for extraordinary

works – Arno Henseler and the early gallery years on Schellingstraße, Munich,

1984.

(Photo: Private archive, 1984)

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credible power and strength, and

formally, they often display a cap-

tivating aesthetic. Yet this beauty

always served a higher, practical,

or spiritual purpose. I like to com-

pare these works – especially the

African ones – with Christian art

of the Middle Ages, because both

realms are rooted in their respec-

tive faiths. It is precisely this unity

of function, belief, and design that

defines their exceptional quality.”

Arno Henseler’s interest in

non-European art developed dur-

ing his time in New York. Born in

Munich in 1938, he initially stud-

ied business administration in his

hometown before moving to New

York in 1970 to study painting at

Hunter College, where he earned

a Master of Arts degree with a

thesis on the subject of “patina”.

“During that time, I constantly

encountered non-European art:

works from the Indigenous cul-

tures of the Americas, including

pre-Columbian art, but above all,

sculptures from Africa. This exotic

art fascinated me.” While still in

New York, he founded a gallery for

non-European art with a friend:

“It was 1973 – a spontaneous de-

cision born of my enthusiasm for

this art.” He returned to Munich

in 1975 and initially continued

the business from premises on

Schellingstraße – before opening

“Galerie Henseler – Ethnographica”

on Galeriestraße – right next to the

Hofgarten of the Munich Residenz

– in 1989.

His profound knowledge of diverse

cultures does not stem from the

lecture hall, but from expertise

cultivated over decades: it is a

foundation built on long-stand-

ing passion, extensive travel, and

invaluable personal experience.

“I did not complete a formal aca-

demic programme in ethnology;

instead, I acquired every detail

through tireless independent

study and exchanges with collec-

tors and colleagues – and I con-

tinue to pursue this with joy and

curiosity.”

His more than twenty trips to Af-

rica – particularly to Côte d’Ivoire

and neighbouring West African

countries – were especially forma-

tive for him. There, he experienced

the art trade – especially in the

early days – as a demanding and

“tough school,” since every pur-

chasing decision required careful

deliberation.

He was in contact with Ludwig

Bretschneider, Peter Werner, and

Fred Jahn – all Munich art dealers;

he acquired a selection of sculp-

tures from Werner when the latter

closed his business. He also shared

exhibition stands with Bretsch-

neider – particularly during the

latter’s later years.

Arno Henseler belonged to the

generation that helped shape the

trade in African art in Germany

Photo: Private archive

Ethnic Groups) (2016), „Himmel

und Erde, sakrales Europa - ritu-

elles Afrika“ (Heaven and Earth:

Sacred Europe – Ritual Africa) ​

(2017), „Miniaturmasken südlich

der Sahara“ (Miniature Masks

from South of the Sahara) (2018),

“Die Kunst afrikanischer Perlenar-

beiten südlich der Sahara” (The

Art of African Beadwork South of

the Sahara) (2018), „Südsee Skulp-

turen“ (South Seas Sculptures)

(2019/2020), „Indonesien: Kunst

und Gebrauchsgegenstände“ (In-

donesia: Art and Utilitarian Ob-

jects) (2020/2021), and “African

Masks” in May 2021.

In the spring of 2005, a monumen-

tal throne stool from Bamum took

centre stage at a gallery exhibition

titled „Afrikanische Hocker Stüh-

le Liegen“ (African Stools, Chairs,

and Couches) – albeit with the note

“not for sale.”

It is the story of a gift from a

ruler, offering us a nuanced per-

spective on the complex encoun-

ters between African rulers and

European missionaries. It reveals

that material culture did not cir-

culate solely within the context

– a generation that had to con-

front the differing perceptions of

non-European and European art.

For instance, a joint booth shared

with colleagues from Metz de

Benito at the German Art and

Antiques Fair in 1994 attracted

considerable attention by juxta-

posing African fetishes from his

gallery with Christian religious

sculptures from the 17th and 18th

centuries.

Arno Henseler attached great im-

portance to personal trust regard-

ing matters of provenance and

technical authentication methods.

For him as a private collector, the

history of a collection was “funda-

mentally not a deciding factor in

the purchase”; nevertheless, he re-

spected and understood the legiti-

mate interest in clear provenance

as a safeguard against forgeries,

looted art, and the trade in stolen

goods – particularly in the high-

end art market.

Arno Henseler organized annual

thematic exhibitions at his gallery,

such as „Mutter-Kind Skulpturen

afrikanischer Ethnien“ (Mother-

and-Child Sculptures of African

Notes:

[1] The interview with Arno Henseler was

conducted by David Zemanek in 2011 as

part of his dissertation titled “Der Handel

mit Afrikanischer Kunst in Deutschland

nach 1945” [The Trade in African Art in

Germany after 1945], Faculty of History,

Art and Oriental Studies, University of

Leipzig, 2016, pp. 105ff.

[2] Marion Henseler. In: Hans Vollmer

(Ed.): *Allgemeines Lexikon der bilden-

den Künstler des XX. Jahrhunderts*.

Volume 2: E – J. E. A. Seemann, Leipzig

1955, pp. 422 – 423.

of colonial power relations but

was also shaped by networks of

friendship, negotiation, and mu-

tual appreciation.

In 1980, Arno Henseler acquired

this throne – richly embroidered

with beads and cowrie shells and

a work by Nji Nkome or his work-

shop – from the family estate of

the missionary Martin Göhring

(1871–1959).

It is part of the extensive collection

we have the privilege of present-

ing in the upcoming auctions. We

begin with masterpieces from Af-

rica and Oceania.

(Photos: Private archive, 1984)

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INDONESIA – NIAS

5  Ahnenfigur „adu zatua“

Holz, Pigmente, Sockel

Diese Figur trägt eine Palmblattkrone

und lange Ohrgehänge „sialu“, wie sie

typischerweise von Frauen getragen

wurden.

Die Figuren dienten als Heimstatt für

die Geister verstorbener Ahnen und

waren auf ganz Nias gebräuchlich.

Sie dienten als Medium, um mit den

Ahnen in Verbindung treten zu kön-

nen. Sie wurden verehrt und erhielten

Opfergaben.

Ancestor figure „adu zatua“

wood, pigments, base

This figure wears a palm leaf crown

and long earrings „sialu“, of the kind

typically worn by women.

The figures served as homes for the

spirits of deceased ancestors and

were common throughout Nias. They

served as a medium to contact the

ancestors. They were revered and

received offerings.

H: 39,5 cm

Provenance

Arno Henseler, Munich, Germany

Vgl. Lit.: Sibeth, Achim & Bruce W.

Carpenter, Nias Sculpture, Mandala

Collection, 2013, p. 96 ff.

€ 5.000 - 6.000

1 - 4  s. Seite/page 16ff

Photo: Museum Pusaka Nias

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TAIWAN, PAIWAN

1  Doppelbecher „linnak“

Holz, Pigmente

Der „linnak“ wurde bei traditionel-

len Hochzeitsfeiern zum Trinken von

Wein verwendet.

Twin cup „linnak“

wood, pigments

The „linnak“ is a special container

for drinking wine, used at traditional

wedding ceremonies.

L: 60 cm, H: 5,5 cm

Provenance

Arno Henseler, Munich, Germany

€ 600 - 800

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PHILIPPINES – IFUGAO

2  Figural beschnitzter Löffel

Holz, Sockel

Figurally carved spoon

wood, base

H: 14,5 cm

Provenance

Zemanek-Münster, Würzburg,

Germany, 12 May 2007, lot 363

Arno Henseler, Munich, Germany

Vgl. Lit.: Baradas, David, Land of the

Morning, San Francisco 1995, p. 57

€ 1.000 - 2.000

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INDONESIA - SUMATRA,

TOBA-BATAK

3  Figürlich beschnitzter Ver-

schluss eines Medizinbehälters

„perminaken“

Holz, Pflanzenfasern, Sockel

Zauberpriester der Toba-Batak be-

wahrten den als magisch wirksam

geltenden Zauberbrei „pupuk“ in

eigens dafür bestimmten Gefäßen

auf. Hierzu dienten vor allem Wasser-

büffelhörner, sogenannte „naga mar-

sarang“, die mit kunstvoll geschnitz-

ten Stöpseln dieser Art verschlossen

wurden.

H: 26,5 cm

Figurally carved stopper of a

medicine receptacle „perminaken“

wood, plant fibres, base

The priest-magicians of the Toba-Ba-

tak kept the magically potent subs-

tance known as “pupuk” in specially

designated containers. Water-buffalo

horns, known as “naga marsarang”,

were commonly used for this purpo-

se and were closed with elaborately

carved stoppers of this type.

Provenance

August Flick, Cologne, Germany

Zemanek-Münster, Würzburg, Germa-

ny, 26 November 2005, lot 524

Arno Henseler, Munich, Germany

Vgl. Lit.: Sibeth, Achim & Bruce W. Car-

penter, Batak Sculpture, Singapore

2007, p. 137

€ 3.000 - 4.500